NEUES VON ANGEL – Die 3. Etappe war ein Wellengang

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Liebe Neufundländerfreunde,

die 3. Etappe war ein Wellengang, mit Hoffen und Bangen. Angel`s zweite Operation musste vorgezogen werden, aufgrund des schlechten klinischen Befundes der noch nicht operierten Kreuzbandruptur. Angel`s Knie war angeschwollen, hatte Wassereinlagerungen und auch eine Entzündung tat Ihr nötigstes. Zudem hatte sie starke Schmerzen. Das bereits operierte Knie verheilte relativ schnell und auch die Rehahmaßnahmen haben gut angeschlagen. Jedoch die Belastung für das noch nicht operierte Knie war enorm. Die Universitätsklinik in Gießen, entschied also nach eingehender Diagnostik die weitere Operation bereits am 01.08. durchzuführen.

Nach der TTA Methode wurde auch der zweite Eingriff vorgenommen. In den nächsten Tagen, zeigte Angel zunächst die üblichen Symptome, eine ausgeprägte Schonhaltung, Instabilität beim Gehen . . .etc. Nach einigen Tagen zeigte sich eine Schwellung am Knie, Wassereinlagerungen und starke Schmerzen. Angel schwankte mit den Hinterbeinen, sie konnte alleine nicht mehr aufstehen, bei einem Richtungswechsel fiel sie um, sie schleifte mit den Krallen über dem Boden und Ihre neurologischen Reflexe ließen nach. Zudem zeigte sich ein beängstigender Muskelabbau.

Es folgte eine Vielzahl von Tierarztbesuchen. Diagnose: Angel hatte einen Krankenhauskeim im frisch operierten Knie, der multiresistent gegen alle gängigen Antibiotika zu sein schien. Geraten wurde uns zu einer weiteren Operation, um eine Punktion zu machen, die entsprechenden Keime zu entnehmen, um dann im Labor eine Kultur anzulegen um ein Antibiotika zu finden, die diesen Keim bekämpfen kann.

Die Zeit drängte, wir waren uns sicher das Angel in Ihrem derzeitigen Zustand keine weitere Operation überleben würde. Ihr Zustand wurde von Tag zu Tag schlechter. Ihr Immunsystem war kurz vor dem Zusammenbruch, ihre Haut blühte mit offenen blutenden Stellen und Ihre Psyche war sprichwörtlich am Boden.

Wir mussten sie in den Garten tragen, damit Sie Ihr Geschäft machen konnte. Tag und Nacht lagen wir mit ihr zusammen und versuchten sie mit Zuwendung aufzubauen. Da Angel auch in diesem Zustand noch darauf bestand mit den anderen im Auto zu unserer großen Wiese zu fahren, trugen wir sie täglich ins Auto und nahmen sie mit. Wir legten sie für die Zeit, wo unsere anderen Neufundländer herum liefen, einfach auf die Wiese. Ganz nach dem Olympischen Gedanken, dabei sein ist alles.

Dann fand unsere Tierärztin Frau Dr. Mercier aus der Tierklinik in Mayen, endlich das passende Medikament. Ein herzliches DANKESCHÖN an dieser Stelle, an die Tierklinik Mercier, die uns immer begleitet hat, Tag und Nacht für uns da war und uns immer die Hoffnung gegebenen hat. Die Nächte in denen wir Angel`s Knie kühlen mussten, nahmen glücklicherweise ab. Auch die Hitze und somit die Entzündung ging so langsam aus dem Knie. Dann mussten die ganzen Sekundärerkrankungen in Angriff genommen werden, vor allem die Hautirritationen und der starke Muskelabbau.

Nach ca. 3 Wochen der Hoffnung, mussten wir letzten Freitag (05.10.) wieder in die Klinik, das Knie wurde unbeweglicher weil der Keim wieder aufblühte, die Entzündung kam zurück. Wieder Antibiotika, wieder Schmerzmittel. Am gestrigen Tag 12.10. wurde das Knie noch mal geröntgt, hier gab es dann eine bessere Nachricht. Das Implantat sitzt an der richtigen Stelle, ist aber noch nicht ganz im Gewebe verwachsen. Und unsere größte Befürchtung hat sich nicht bestätigt. Die Angst war groß, dass die Entzündung bereits das Implantat angegriffen hat und somit wieder entfernt werden müsste.

Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge und den Glauben an Angel`s Genesung werden wir uns nicht nehmen lassen. Zudem gibt es einige Menschen die uns immer unterstützt haben und zu unserem Glauben mit beigetragen haben. Frau Brabandt, die uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand und alle Behandlungsmaßnahmen erst möglich machte. Hinter Ihr stehen die Spender denen wir hier recht herzlich danken möchten.

Dann möchten wir auch der Familie Neuen danken, die unsere Arbeit von Anfang an mit Angel & Duke vor Ort, mit Aufopferung begleitet haben. Familie Groh und Familie Müllegans die immer mit uns im Austausch waren und alle Sorgen und Hoffnungen gemeinsam getragen haben. Ihr alle habt uns und Angel Mut gemacht zum durchhalten. Für alle die wir vergessen haben, fühlt Euch hier angesprochen!

Auf unserem Weg haben wir Menschen getroffen die uns unterstützt haben, auf unterschiedlichster Art und Weise. Ein besonderer Dank geht hier auch an die Praxis Physio-Vital aus Ochtendung. Die Inhaberin Frau Ebby Lünse hat einen großen Beitrag zur postopativen Behandlung und Genesung von Angel mit beigetragen.

Hierzu gehören Ihre Behandlungen, mit der Biko- Physiotherapeutischen Gehhilfe und Trainingsgerät, Salben, sowie eine mehrwöchige Laserbehandlung. Hier bleibt uns nur ein herzliches Dankeschön zu sagen, vor allem im Namen von Angel.

Alles Weitere kann Euch aber jetzt Angel selbst erzählen.

Hallo Menschen,

ich möchte Euch gerne von meinen letzten Wochen berichten. Auch damit Ihr euren Mut nicht verliert, wenn Eure Tiere mal krank sind. Und . . . damit Ihr seht was alles derzeitig an Behandlungsmethoden möglich ist. Mein Rehabilitationsplan wurde komplett überarbeitet und macht mir ne Menge Spaß. Ich bekomme immer noch Massagen, Physiotherapie, Schwimmtherapie und Bewegungstherapie. Aber davon habe ich Euch ja bereits ausführlich in meinem letzten Bericht erzählt.

Nach dem sich aber der böse Keim in mein Knie eingeschlichen hat, sind noch weitere Dinge hinzugekommen. Aufgrund meines rapiden Muskelabbaus habe ich jetzt eine Biko- Physiotherapeutische Gehhilfe und Trainingsgerät bekommen. Und was das ist erzähle ich Euch jetzt. Erst mal musste meine Physiotherapeutin mich vermessen und das hat sie so gemacht:

1. Ich habe ein gut sitzendes Brustgeschirr bekommen. Nur so kann der richtige Sitz des Hundeexpanders gewährleistet werden!

2. Ich musste mich physiologisch hinstellen. Die Schwerelinie die durch mein Hüftgelenk geht, trifft durch meinen Hauptballen auf den Boden.

Also:
Strecke A: vom Ring des Brustgeschirres zur Vorderkante des Metatarsus.
Maß B: Umfang des Metatarsus knapp unterhalb der Sprunggelenke.
Fertig berechnet, so sieht es dann aus:

Und so schick sehe ich damit aus.

Da Hunde keine Abwehrreaktion gegenüber der Physiotherapeutischen Gehhilfe zeigen, kann es auch als Dauergehilfe eingesetzt werden. Das ist aber nicht mein Ziel, ich möchte es vorübergehend, bzw. zur Intervallmäßigen Anwendung tragen und darauf möchte ich hin arbeiten.

Es hilft mir bei der Reflexschulung und beim Muskelaufbau. Ich habe Veränderungen in den Gelenkbewegenden Muskeln, die mir schon vor dem Eingriff eine Schonbewegung vermittelt haben. Zur Folge hatte das bei mir Muskelverhärtungen, Mygelosen und sogar Muskelverkürzungen.

Ich habe nur Vorteile durch das Tragen meiner Physiologischen Gehilfe. Ich habe keine Akzeptanzprobleme, eine deutliche und anhaltende Verbesserung meiner Gehleistung, eine Entlastung meiner Lendenwirbelsäule und des lumbosakralen Überganges, es Hilft mir beim Abheben meiner Hinterfüße, verbessert bzw. ermöglicht mir das selbständige gerade Gehen, meine ataktischen Bewegungen nahmen ab und ich falle auch nicht mehr um wenn ich meine Laufrichtung ändere.

Am besten ist aber, dass das tragen meine ständige Muskelzubildung fördert. Dadurch fühle ich mich schon richtig stark. Durch meine Widergewonnene Mobilität ist mein Selbstbewusstsein schon ganz schön gewachsen, sagen meine Frauchen. Auch weil sich mein Gangbild unmittelbar bei der ersten Anwendung schon augenscheinlich verbessert hat.

Eine Weitere Therapie die ich nun auch noch erhalte ist die Lasertherapie. Ich finde sie toll, weil Frauchen mir dann ganz nahe ist und mich gleichzeitig streichelt. Ich nenne sie auch Kuscheltherapie.

Aber es steckt wohl mehr dahinter. Bei der Low-Level-Lasertherapie handelt es sich um eine alternativmedizinische und -veterinärmedizinische Behandlung, die mittels Laserlicht – also monochromatischem und kohärentem Licht – durchgeführt wird. Ziel der Behandlung ist es meine Schmerzen zu reduzieren, die Wundheilung zu beschleunigen und meine Entzündungen zu bekämpfen.

Mein zu behandelndes Gewebe wird mit dem Laserlicht bestrahlt. Dies ist vollkommen schmerzfrei. Ich werde täglich 30 Minuten, an den verschiedensten Stellen bestrahlt. Das Laserlicht kann bis zu einem Zentimeter tief in mein Gewebe eindringen. Es regt meinen Stoffwechsel in den Zellen an und beschleunigt die Heilung meiner noch immer dicken und wulstigen Operationsnarbe.

Meine Endorphinproduktion erhöht sich, es bewirkt eine Steigerung des Lymphflusses, einen Neuaufbau von meinen kleinen beschädigten Blutgefäßen, und Aktiviert die Zellen die für meine Körperabwehr zuständig sind.

Alles macht Sinn und brachte mich wieder zu meinem geliebten Spaziergängen mit meinen Neufifreunden Duke und Paul. Und an den Tagen wo es mir so ganz schlecht ging haben Duke & Paul mir meine Ohren geleckt und waren einfach bei mir. Ich schwöre ohne die beiden Jungs und meine Frauchen hätte ich den Weg nie geschafft. Jetzt sagen alle, „ich wäre auf dem Weg der Besserung“ und das macht mir Mut. Weil Aufgeben gilt nicht, ich werde hier noch als Prinzessin des Hauses gebraucht.

Ich hätte nur noch eine Bitte, BITTE VERGESST MICH NICHT und HELFT MIR DURCH EURE SPENDE wieder gesund zu werden.

EURE ANGEL

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