Einsatz von 28 Pfoten in Klinik Nette Gut für forensische Psychiatrie

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„Hunden helfen- Hunde helfen“ ist der Leitspruch der Familie Neuen. Dass sie unermüdlich im Einsatz sind, um Hunden zu helfen, ist vielen bekannt. Dieser Artikel widmet sich nun der Seite, dass ihre Hunde dies wiedergeben wollen und nun ihrerseits anderen helfen. Bei den „anderen“ handelt es sich um Patienten der Klinik Nette Gut. Zusammen mit dem befreundeten Therapiehundeteam der Sozialpädagogin Frau Gleis arbeitet Herr Neuen regelmäßig mit vier geeigneten Neufundländern aus seinem großen Rudel in der forensischen Psychiatrie. An der Schleuse werden sie jedes Mal schon erwartungsvoll von ihren aktuellen und auch von ihren „alten“ Patienten erwartet. Sobald das Schleusentor sich öffnet, ist die Freude auf beiden Seiten groß. Denn ein Hund gibt dem Menschen das Gefühl des Gebrauchtwerdens, der Zuneigung oder des wertfreien Annehmens. Für die Hunde ist jeder Mensch gleich viel wert, egal ob er gesund, krank oder straffällig ist. Sie sind vorurteilsfrei und nehmen den Patienten unabhängig von seiner Vorgeschichte wahr. Hunde weichen Kranken, Behinderten oder Inhaftierten nicht aus, wie es viele „gesunde“ Menschen tun. Für sie zählt nur die ehrliche Zuwendung und nehmen somit auch keine Viktimisierung (Abwendung von Menschen mit Beeinträchtigungen, Verhaltensauffälligkeiten…) vor. Hunde sind gute Zuhörer, dabei behalten sie Vertrautes für sich und machen keine Vorwürfe. Sie vermitteln Erfahrungen, die das Selbstvertrauen stärken und einen Anstieg der Selbstachtung hervorrufen. Das Erleben von Zuwendung, Bestätigung und Bewunderung lässt ein positives Selbstbild entstehen, stärkt das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Durch die Neufundländer erhalten die Patienten die Möglichkeit einen Hund zu begreifen und zu entdecken und mit Hilfe der Neufis ihre sozialen Fähigkeiten umzusetzen, zu erweitern und empathisch auf sie einzugehen. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Empathie dem Hund gegenüber später auch auf Menschen übertragen werden kann. Denn am Ende der Hundetherapie wird bei den Patienten alles neu Erlernte auf den Umgang mit Menschen bezogen- in Hinblick auf ein eigenverantwortliches und gemeinschaftsfähiges Leben in Achtung der Rechte anderer. Die Hundetherapie hat sich mittlerweile sehr gut etabliert und erhält auch von Fachleuten aus anderen Bereichen innerhalb der Klinik ein positives Feedback. Aus einer Abteilung wurde mitgeteilt, dass Patienten sehr wertschätzend über die Erfahrung in der Hundetherapie berichten und sehr viel in Hinblick vom Thema „Gefühle &Bedürfnisse“ profitieren. Somit ergänzt sich die hundegestützte Therapie mit anderen Therapieansätzen und kann sehr stolz auf ihre vierbeinigen Helfer sein. Ein Patient von der Suchtstation schrieb in seinem Artikel über die Hundetherapie „nachdem ich versuchte, mich auf „Max“ einzulassen…machten wir zusammen Spiele und ich und „Max“ genossen die Streicheleinheiten und die Nähe. An zwei Einheiten lernten wir auch etwas über die Hundesprache, was richtig interessant war. Danach machten wir den Praxistest im Gelände und übten uns in der Beobachtung der „Hundesprache“. Wenn ich Bilanz ziehen würde, würde ich sagen, die Teilnahme war für mich ein toller Erfolg. Nicht dass ich jetzt sagen könnte, dass ich nicht mehr „Beziehungsgestört“ wäre, so schnell geht das nicht mit der Genesung. Ich habe wieder festgestellt, dass es sich lohnt, sich auf eine Beziehung einzulassen, auch wenn sie nicht auf Dauer ist. Das aber weiß man bei keiner Beziehung. Es gab auch einen traurigen Moment, nämlich den, als der Kurs abgeschlossen war. Aber auch das gehört zum Leben.“
Es wäre banal zu behaupten, ein Hund könnte jedes Problem oder jede Krankheit heilen. Der Kontakt zu ihm bringt jedoch stets Freude, Entspanntheit, das Gefühl des Angenommenseins und vor allem eine Verbesserung der Fähigkeit der „Empathie“, ohne die ein gelungenes Leben in einer Gemeinschaft nicht möglich ist. Wir sind dankbar und stolz, wenn wir ein wenig zum Heilungsprozess beitragen konnten. Es macht den Hunden und ihren Haltern sehr viel Spaß und wir hoffen noch lange, ein Teil des Lebens in der forensischen Psychiatrie sein zu dürfen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an das tolle interne Team der tiergestützten Therapie der Klinik Nette Gut sowie deren Leitung und natürlich unserem traumhaften Hundeteam:

Smilla, Max, Erik, Zeus, Cash, Paige und Hope.

Wir sind stolz auf euch.

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