Hallo,
ich darf mich kurz vorstellen: mein Name ist Karlchen! Ich bin ein 2 Jahre alter Neufundländer-Hovaward-Mix.
Neufundländer in Not hat mich aus einem Haushalt geholt, in dem ich anfangs gemeinsam mit einer 5-jährigen Neufidame namens Floh sehr gut aufgehoben war, aber dann wurde mein Frauchen krank und von artgerechter Haltung konnte keine Rede mehr sein. Obwohl es vielen Menschen aufgefallen sein muss, dass etwas mit uns nicht stimmt, hat es doch ziemlich lange gedauert, bis Floh und ich da endlich rausgeholt wurden.
Wir wurden getrennt, denn Floh war böse krank und konnte mich jungen Rüpel nicht gut um sich haben. Ich war genau wie Floh verwahrlost und dazu noch altersbedingt mächtig ungestüm.
Ich kam mehrmals für kurze Zeit zu verschiedenen Pflegestellen, in denen ich liebvoll aufgepäppelt wurde, was aber meine Verunsicherung eher vergrößert hat.
Dann endlich am 24.09.06 wurde ich zu meiner neuen Familie gebracht. Es war ein echtes Blind-date, denn meine neue Familie kannte mich nur per Bild im Internet. Aber, ich sage euch, es war Liebe auf den ersten Blick, zumindest von meinen Menschen. Bei mir war das anfangs doch etwas anders. Klar war das ganz okay, Haus, großer Garten, aber dennoch…………als erstes habe ich mal gezeigt, dass ich Türen öffnen kann und wollte ein wenig auf Wanderschaft gehen. Meine Familie hat es aber ganz schnell gemerkt, so dass ich keine Gelegenheit hatte, mich in meiner neuen Umgebung zu verlaufen.
Ich war und bin immer noch sehr dankbar für die Ansprache und Zuwendung, die ich von allen bekomme. Dennoch hat es einige Wochen gedauert, bis ich mir sicher war, dass das nun mein Zuhause sein und bleiben soll. Wenn ich ehrlich bin, so ganz habe ich die Angst immer noch nicht verloren, denn ich muss immer in der Nähe von meinen Menschen sein und wenn wir auswärts sind, werde ich nervös, wenn sie ohne mich den Raum verlassen. Ich bin aber guter Dinge, dass mein Selbstvertrauen noch wächst und ich mir schon bald ganz sicher bin, dass meine Menschen immer für mich da sind und auch immer wieder kommen.
Obwohl ich es von meinem ersten Zuhause her nicht gewohnt war alleine zu bleiben, ist es für mich inzwischen selbstverständlich, dass Herrchen und Frauchen morgens zur Arbeit gehen und erst abends wieder kommen. Allerdings genieße ich auch den Luxus, dass ich mittags von einer ganz lieben Dame zum Spaziergang abgeholt werde. So ist der Tag nicht ganz so lang für mich.
Ich gehe außerdem regelmäßig zur Hundeschule. Meine Menschen sind ganz begeistert, wie lernwillig ich bin. Mein Frauchen will mit mir sogar den Hundeführerschein machen. Allerdings hat die Trainerin auch festgestellt, dass ich zu wenig sozialen Kontakt zu anderen Hunden hatte. Das zeigt sich darin, dass ich manchmal die Signale der anderen Hunde nicht richtig deute und dann kann es schon mal ein wenig turbulent zugehen. Aber auch das wird sich legen, sagt die Trainerin, wenn meine Menschen mir nur oft genug den Kontakt mit anderen Hunden ermöglichen. Erste Erfolge stellen sich auch schon ein. Mit anderen Hunden in der freien Natur toben zu dürfen ist einfach toll!
Ich habe auch noch eine große Leidenschaft. Ich gehe zu gern eine Runde schwimmen und genieße es auch bei etwas kühlerem Wetter in Seen, Teichen und Flüssen zu baden. Ich kann gar nicht verstehen, dass meine Menschen so wasserscheu sind und nicht mitkommen.
Wie ihr lesen könnt, geht es mir und auch meinen Menschen richtig gut! Wir sind froh und glücklich, dass wir uns haben! Ich hoffe, euch mit diesem Bericht ein bisschen Mut gemacht zu haben und würde mich mächtig freuen, wenn auch ihr einem in Not geratenen Neufi ein neues Zuhause gebt…………………..
Bis bald mal wieder, euer Karlchen
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