Neufundländer in Not e.V. - Von einem Möbelstück zu "Dr. Xambo"
Von einem Möbelstück zu "Dr. Xambo"

Moin, Moin aus dem Norden!

 

Heute möchte ich Euch allen meine kleine Lebensgeschichte erzählen. Ich heiße Xambo und wurde am 14. Juli 1999 in Bayern geboren. Ich kam in eine Familie, die mich leider abgeben musste. Ich wanderte in meinen ersten fünf Lebensjahren durch viele Hände bis ich im Juli diesen Jahres im Tierheim Bonn landete. Nun saß ich hier also und habe mich nicht wohl gefühlt. Da waren ganz viele andere Hunde und ich saß dort zwischen all den anderen Vierbeinern. Ich dachte, dass ich hier nicht mehr rauskomme. Ich habe aber nicht an Frau Brabandt von Neufundländer in Not gedacht. Die hatte da jemanden an den Händen, der einen kleinen, verschmusten, süßen, knuddeligen, hochmotivierten und sportlichen Hund suchten. Es gab Menschen, die suchten … M I CH!

Am 8. Juli 2005 setzten sich also mein jetziges Frauchen und mein neues Herrchen ins Auto und fuhren los. Die sind extra aus Lübeck gekommen, um mich abzuholen. Ich habe geahnt, dass mich jemand abholen würde, denn ich war ganz aufgeregt. Ich spürte, dass meine neue Familie da ist und ich konnte nicht zu ihnen. Man machte mit meiner neuen Familie erst den Vertrag und dann wurde ich erst geholt! Die wussten doch gar nicht, wie ich aussehe, die haben nicht ein Bild von mir gesehen! Hatten die im Tierheim Angst, dass man mich nicht mitnimmt? Ich machte mir da so meine Gedanken. Ich schämte mich so sehr, meine neue Familie zu sehen. Ich freute mich zwar, aber dennoch hatte ich Angst. Ich war kein gutaussehender Xambo. Ich war total verklettet, mein Fell war stumpf und ich roch nicht, nein, ich habe gestunken. Meine Brust war komplett nass, weil ich so sabberte, mein Speichel lief mir so aus den Lefzen, da ich so viel Fell hatte, das meine Lefzen nach unten hingen. Sie haben mich trotzdem mitgenommen. Es regnete am 8. Juli und ich roch noch mehr. Meine neue Familie hat aber gesagt, dass der Himmel vor Freude geweint hat, weil ich ja endlich eine neue Familie gefunden habe, die mich auch behalten will und mich nie, nie, nie wieder abgibt.

Wir fuhren von Bonn nach Lübeck. Ich war noch nie in der alten Hansestadt an der Ostsee. Abends dort angekommen bekam ich mein Abendbrot und dann gingen wir alle schlafen. Am nächsten Tag sind wir in das Futterhaus gefahren, denn ich brauchte etwas zu Fressen und ein Leckerli in Ehren kann auch ich nicht verwehren. Dort lag ich dann, ich ungepflegter, übelst riechender Xambo. Eine Kundin, die in den Markt kam fragte mein Frauchen, ob ich ein Möbelstück sei. Das traf mich, ich war traurig. Ratet mal, was an dem Tag – es herrschten etwa 25 °C im Schatten – noch mit mir gemacht wurde? Ich kam in den Genuß, einen Hundesalon zu besuchen. Dort im Salon Zottelfell – der heißt wirklich so – arbeitet Nicole und die hat aus mir einen „schnieken norddeutschen Jung“ gemacht. Ich hatte nach etwa vier (!) Stunden zwar nur noch zwei Millimeter Fell an meinem untrainierten Körper, aber ich erlebte ein neues Lebensgefühl. Ich konnte mich bewegen, ich wollte laufen! Frauchen und Herrchen gehen jeden Tag mit mir lange spazieren. Es ging aber nur kurz bergauf. Es ging mir von Tag zu Tag schlechter und ich durfte Dr. Ehrentreich und sein Team kennen lernen. Man sind die nett, aber der Doktor piekte mich gleich. Ich war krank, sehr krank und mein Herrchen lag abends weinend im Bett, denn er dachte, er würde mich verlieren. Ich hatte eine Ohrenentzündung, eigentlich zwei, denn ich habe zwei Ohren. Meine Augen leckten und ich hatte eine Bronchitis mit eitrigen Mandeln. Weil ich auch so starken Durchfall hatte, meinte man, ich habe auch Würmer. Frauchen und Herrchen gaben viel Geld aus und ich wurde gesund. Damit ich auch gesund wurde, fuhren sie mit mir in den Urlaub und widmeten mir alle ihre Aufmerksamkeit. Frauchen und Herrchen sind enttäuscht vom Tierheim. Ich sei gesund hieß es dort und ich war alles andere als das. Nun geht es mir aber gut. Mein Frauchen ist aber auch krank und Herrchen musste sich um uns beide kümmern. Das waren oft schlaflose Nächte für ihn, aber er sagt, dass er es gerne macht. Nun werde ich Dr. Xambo genannt, weil ich mich um mein krankes Frauchen kümmere, ich heitere sie auf und schmuse mit ihr. Sie schmust auch mit mir, denn ich werde mindestens eine Stunde am Tag gebürstet. Ich bin sooooo dankbar, dass ich ein neues Zuhause gefunden habe. Ich war schon in Mainz, in Bad Wildungen, in Bad Segeberg, in Travemünde, in Rostock und wo ich nicht überall war. Ich darf überall mit hin und es geht mir nun richtig gut. Ich habe das Wasser fast direkt vor der Tür, hier gibt es ganz viel Wald und ich habe viele neue vierbeinige Freunde, auch zweibeinige, gefunden. Ich möchte mich auf diesem Wege bei Frau Brabandt bedanken, dass sie ein neues Zuhause für mich gefunden hat, beim Futterhausteam Stockelsdorf, die für mich das beste und leckerste Futter empfohlen haben und wo ich mehrmals die Woche einkaufen gehe, Danke auch meinem Dr. Ehrentreich und seinem Team, die mich gesund gemacht haben (auch wenn es manchmal einen Pieks gibt), Danke Nicole vom Salon Zottelfell, dass ich nun ein schnieker norddeutscher Neufi bin. Ich möchte allen Menschen, die meine kleine Geschichte lesen, Mut machen, nehmt einen Neufundländer in Not. Wir brauchen auch ein Zuhause. Wir brauchen auch eine Familie, die uns lieb hat und die wir lieb haben dürfen. Ich werde wieder schreiben und dann gibt es auch mehr Bilder von mir.

Wenn Ihr mögt, dann schreibt mir doch mal: xambo_luebeck@web.de!
Ich antworte, bestimmt, darauf meine Pfote!
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