Das Jahr 2025 war sehr arbeitsintensiv, viele Neufundländer haben uns ganz schön auf Trab gehalten. Sie wurden jedoch alle wieder in ein schönes Zuhause vermittelt, in dem sie gut behütet und gut versorgt ein schönes neufigerechtes Leben führen dürfen.
Endlich mal Zeit, Dinge zu erledigen, die man immer vor sich hergeschoben hat.
Doch dann erreichte uns ein Anruf von Maike Herzog, eine Pflegestelle von NiN e.V. Im Tierheim Remscheid befindet sich ein brauner Neufundländer-Rüde.
Plötzlich waren wir wieder im „Neufundländer-Hilfe-Modus“ angekommen. Es wurde umgehend im Tierheim Remscheid angerufen und erklärt, „wer wir sind“ (eine schlagkräftige Truppe von NiN) und boten an, dem Jungen zu helfen bzw. den Rüden zu übernehmen. Frau Brügger, die Leitung der Einrichtung, hatte einige Tage frei, also warteten wir, bis sie wieder im Hause war.
Zwischenzeitlich hat Frau Brabandt mit Frau Petra Kind telefoniert und gefragt: Was gibt es Schöneres als einen Neufundländer … ??? Natürlich zwei !!! Wir erwähnten nur ganz beiläufig diesen braunen Rüden. Petra hat sofort gesagt, dass sie genug Platz hätte und JADEL – so heißt der braune Knabe – sicher gut zu ihrer Maja passen würde. Wir haben dann nochmals mit Petra gesprochen und alles in Erwägung gezogen, was eventuell zu beachten sei. Maja ist sterilisiert und Jadel kastriert; also gab es da nichts mehr, was dagegen sprach.
Da mir ja von meinem ersten Besuch her die Räumlichkeiten und der Garten bekannt waren, habe ich wieder im Tierheim angerufen und lange mit Frau Brügger über die Möglichkeit gesprochen, Jadel in ein gutes „Neufundländererfahrenes“ Zuhause zu bringen. Zwischenzeitlich hat auch die Züchterin, Bärbel Schermuly, die den Jungen zurzeit leider nicht aufnehmen kann, mit Frau Brügger gesprochen und unser Vorhaben unterstützt. Wir haben uns dann für Samstag zu einem persönlichen Kennenlernen und Gespräch verabredet.
Jadel saß in seiner Hütte und kam sofort sehr freundlich auf uns zu. Ein übergewichtiger mit verfilztem Fell, aber hellwacher Neufundländer schaute uns mit seinen sehr schönen braunen Augen an. Wir sind dann ins Büro und haben die Formalitäten sofort erledigt und uns für Dienstag zum Abholen von Jadel verabredet.
Dienstag morgen herrschte ein sehr schönes, fast frühlingshaftes Wetter, und die Straßen waren gut und zügig zu befahren. So fing der Tag schon gut an!!! Wenn das die ganz Fahrt über so bliebe: …. was will man da noch mehr??
Im Tierheim wurde ich schon erwartet, die Schutzgebühr wurde noch bezahlt, und Jadel durfte endlich das Tierheim verlassen. Zwei Mitarbeiter hatten seine Tasche schon gepackt und mir den glücklichen Bär am Auto übergeben. Beim Einsteigen haben sie auch noch geholfen. Jadel schaute die ersten Kilometer ganz interessiert nach vorne, legte sich aber dann total entspannt auf die Matte im Auto. Nach ca. 200 Kilometer bin ich dann von der Autobahn abgefahren und habe einen schönen Platz für einen kurzen Spaziergang gefunden. Das hat Jadel gut gefallen! Er konnte sich nochmal lösen und alles mit seiner Nase erkunden. Aber….. wie bekomme ich ihn wieder ins Auto? Das ging schneller als gedacht! Die Klappe auf, und schon sprang er unaufgefordert hinein.
Weiter ging die Fahrt, denn wir hatten ja noch einige Stunden vor uns. Bei Chemnitz wieder von der Autobahn runter, und ich bin an einem großen Feld nochmal eine Runde mit dem guten Jungen gelaufen.
Dann sind wir endlich bei Petra und Maja angekommen. Jetzt die Anspannung, wie reagiert Maja und was macht Jadel? Die beiden sind eben typische Neufundländer. Sie machen nichts, was den Blutdruck steigert. Kurze Begrüßung, er lief sofort hinter Maja her und ließ sich alles im Haus und Garten zeigen. Dann ließ sich Maja auf ihrem Stammplatz nieder, und Jadel suchte sich dann – etwas unsicher – auch einen Platz. So konnten Petra und ich ein sehr gutes Abendessen genießen. Die Beiden verhielten sich den ganzen Abend ruhig, sie liefen mal in den Garten, wechselten ihre Liegeplätze. Man hatte den Eindruck, als ob sich die Beiden schon länger kennen.
Als ich am nächsten Morgen zu Petra kam, war die Situation noch immer entspannt. Die beiden Neufis wurden auch schon am Zaun von den Schulkindern begrüßt, und Petra strahlte förmlich…ist doch wieder ein brauner Rüde im Haus! Ihr brauner Rüde Bruno ist erst kürzlich und ganz plötzlich über die Regenbogenbrücke gegangen.
So konnte ich mich dann auch wieder zufrieden auf den Heimweg machen.
Dem Team vom Tierheim Remscheid und ganz besonders Frau Brügge nochmals vielen Dank für ihr Vertrauen, dass sie uns den Jungen überlassen haben.
Bis zum nächsten Not-Neufi.
Rolf Neuen
Neufundländer in Not e.V.
