Ich möchte mich kurz vorstellen: Mein Mann und ich wohnen in Balve
im schönen Sauerland. Wir haben eine familiär betreute Wohngruppe,
in der zwei junge Männer und eine Frau leben. Außerdem haben wir
drei Katzen.
Wir hatten zwei schwarze Neufundländerrüden
als Welpen groß gezogen. Unser Erster ist 10 ½ Jahre alt geworden,
der Andere über 11 Jahre.
Ich habe mich letztes Jahr im
Frühling an Herrn Neuen von Neufundländer in Not e. V. gewendet, da
ich eigentlich noch eine Hündin aufnehmen wollte. Anfang Dezember
mussten wir unseren Hund einschläfern lassen. Einen Tag danach rief
mich Herr Neuen an. Er brauchte dringend jemanden, der die
schwarz-weiße Hündin Ronja, fünfeinhalb Jahre alt, aufnehmen
könnte noch vor Weihnachten. Sie wurde draußen gehalten bei Wind
und Wetter. Die Besitzerin konnte sich nicht mehr um sie kümmern.
Sie wäre wohl Katzen gewöhnt. Herr Neuen schickte uns Bilder über
Whats App. Ich habe mich sofort in sie verliebt. Eine schwarz-weiße
Hündin war schon immer mein Traum gewesen.
Einige Tage
später kam Herr Neuen mit Ronja. Sie jagte sofort hinter den Katzen
her. Ich habe dann 14 Tage gebraucht, bis die Katzen wieder angstfrei
in die Wohnung kamen und Ronja gelassen war. Sie lernte es, die
Absperrung im Bereich der Katzen zu akzeptieren. Die Besitzerin hatte
Ronja Trockenfutter Junior mitgegeben. Die Umstellung von übrigem
Futter unseres alten Hundes klappte nicht, sie bekam Blähungen
davon. Darum haben wir auf ein magenfreundliches Futter umgestellt,
das sie auch gut verträgt. Auch trank sie Wasser nicht aus dem
Eimer, den ich ihr hingestellt hatte. Habe ihr beigebracht, daraus zu
trinken. Zwei Tage später stellte ich fest, dass sie läufig war,
einen Tag später kam sie in die Standhitze. Sie versuchte alles
Mögliche zu zerstören. Ich habe sie mit einem alten Läufer
abgelenkt, den sie zerfetzen durfte.
Ihre „Geschäfte“
machte sie auch nicht auf unserem Grundstück. Sie war teilweise wie
ein Welpe: Meldete sich nicht, wenn sie musste. Sie wollte am Anfang
auch kaum laufen, kannte sie alles nicht. Es waren nur kurze
Spaziergänge möglich, in der Zwischenzeit läuft sie länger.
Unsere Bewohner gehen gerne mit ihr. Herr Neuen war so freundlich und
schickte mir ein Geschirr für Ronja. Dadurch lernte sie ruhig an der
Leine zu laufen und auch bei Fuß an der Straße lang. Draußen kann
ich sie noch nicht frei laufen lassen, da sie hinter allem herjagt,
was sich bewegt wie Katzen, Eichhörnchen oder Vögel. Ich mache zum
Ausgleich leichte Übungen von Agility mit ihr und lerne ihr, an der
Leine ruhig zu bleiben. Dazu mache ich drinnen mit ihr
Entspannungsübungen und lerne ihr das Wort „Ruhig“, damit sie
lernt sich draußen auch zu entspannen. Mit der Zeit mache ich die
Leine immer ein Stück länger , bis ich auf 5 m bin, bis es dann
hoffentlich ohne Leine klappt. Erfordert viel Geduld. Bei anderen
Hunden läuft sie lieb vorbei, außer sie wird angebellt. Da muss sie
noch lernen, gelassen zu bleiben.
Ins Auto lernt sie über eine
Rampe rein- und rausgehen. Bleibt im Auto schon etwas sitzen.
Am liebsten macht sie Such- und Intelligenzspiele. Sie sucht Leckerlis
im Eierkarton, in Tüten, zerknülltem Zeitungspapier und
Geschicklichkeitsspielen, die ich noch habe. Vom großen
Schnüffelteppich ist sie ganz begeistert. Sie findet auch ganz
kleine Leckerlis. „Wir“ lernen auch noch sitz, bleib, bring,
komm, Platz. Ich achte darauf, dass sie nicht überfordert wird. Übe
zwischendurch nur immer kurz. Sie lernt gerne und es macht mir auch
sehr viel Freude. Sie lässt sich sehr gerne bürsten und ist sehr
verschmust. Wir haben sie jetzt fünf Monate. Mir ist es wichtig,
Ronja in allem Sicherheit zu geben und ihr alles langsam mit Liebe,
Geduld und Freude nahe zu bringen, was sie noch lernen muss für den
Alltag mit uns Menschen und Tieren.

